Motiviert in die Zukunft
44 neue Agrarbetriebswirte feiern ihren Abschluss an der HLS Rotthalmünster

Festliche Zeremonie mit Gottesdienst, Preisverleihungen und Bundesminister-Botschaft - strahlende Gesichter, bewegende Worte und festliche Stimmung:

An der Höheren Landbauschule Rotthalmünster kamen 2026 zahlreiche Gäste von nah und fern zusammen, um die Absolventen der HLS als „Staatlich geprüfte Agrarbetriebswirte" zu feiern.

Traditionell begann die Abschlussfeier mit einem festlichen Dankgottesdienst, zelebriert von Pfarrer Jörg Fleischer, in der prachtvoll geschmückten schuleigenen Maschinenhalle. Das Gleichnis vom Sämann, dessen Samen auf unterschiedlichen Untergrund fällt und nur auf gutem Boden keimen, Wurzeln bilden und reiche Frucht bringen kann, Fleischer in seine Predigt auf. Er betonte, dass die Absolventinnen und Absolventen der HLS nun optimal ausgebildet seien, um zu wissen, wie man das Beste aus seinem Ackerboden herausholt. Gleichzeitig sollten sie sich im Leben fragen: „Welchen Boden pflege ich in meinem Leben? Wohin investiere ich Zeit und Mühe?“ Das Herz, so Fleischer, brauche ebenso Pflege wie ein Boden und riet: „Seid dankbar für die eigenen Wurzeln, euer Elternhaus, die Heimat und den Glauben, denn das alles sind wichtige Kraftquellen, die uns durch das Leben tragen.“
Schulleiter Fabian Werner blickte in seiner Ansprache auf die vergangenen zehn Monate zurück.

Er hob die Herausforderungen hervor, die dank des gemeinsamen Zusammenhalts gemeistert wurden. Ein Beispiel war die nicht immer optimale Lehrerversorgung. Erfreulicherweise sprang ohne zu zögern, u.a. Helmut Ramesberger, Behördenleiter des Amtes für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Passau (AELF), ein und übernahm Unterrichtsstunden. Im Fach Betriebswirtschaft entstand krankheitsbedingt eine größere Lücke. Auch hier fand sich schnell eine Lösung: Franz Bauer, ehemaliger stellvertretender Schulleiter und Betriebswirtschaftslehrer, kehrte an die Schule zurück und füllte die Vakanz. „Er hat uns den Hintern gerettet“, fasste Werner zusammen und dankte Bauer ausdrücklich im Namen der Schule, der Studierenden und der Elternschaft für sein engagiertes Eingreifen.

Im vergangenen Jahr gab es aber auch viele erfreuliche Begegnungen. Aus einem anfänglich bunt zusammengewürfelten Haufen sei schnell eine gute Gemeinschaft unter den Schülern entstanden, die sich wissbegierig und mit Ehrgeiz in der Schule und bei den Projekten einbrachten und nun stolz auf ihren Abschluss sein dürfen. „Es wurde viel gelernt und gearbeitet; es war ein fruchtbares Jahr“, resümierte Werner mit einem Augenzwingern, auch im Hinblick darauf, dass sich im Kreis der Studierenden sowie Kollegenschaft einige Babys ankündigen.

Abschließend blickte er zuversichtlich in die Zukunft. Mit 50 zugelassenen Studierenden im Schuljahr 2026/27 (13 mussten leider abgelehnt werden) und einer Anmeldezahl von 42 Interessierten für das Jahr 2027/28 denke er, dass dies das größte Lob an das ganze HLS-Team sei, dass hier „alles ganz gut laufe“.

Alois Rainer, Bundesminister für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat, übermittelte eine Videobotschaft. „Ihr seid die landwirtschaftlichen Unternehmer, auf die wir warten.“ Er versprach, sich für faire Rahmenbedingungen einzusetzen, weil Landwirtschaft und Handwerk Sicherheit benötigen. „Die Zukunft braucht Sie - alles Gute“, schloss er seine Rede.

Schließlich rückten die Hauptakteure, die jungen Frauen und Männer, die ihre Zeugnisse erhielten, in den Mittelpunkt. Die HLS-Lehrkräfte Jessica Becker, Julian Krempl, Rebekka Kröll, Philipp Prechtl, Christoph Schulte, Laura Segl und Bianca Simmet hatten dabei zu allen Studierenden humorige Zusammenfassungen erstellt, gespickt mit Eigenschaften, die die Mitschüler zusammengetragen hatten, sowie mit selbst beobachteten Anekdoten. So erfuhren die Festgäste, wer dank der vielgelobten HLS-Küche die höchste Tageszunahme verzeichnete oder wer stets als Letzter den HLS-Gemeinschaftsraum („Selch“) verließ. Allen wünschten die Lehrkräfte viel Erfolg bei den anstehenden Projekten, die teilweise schon in den Facharbeiten ausgearbeitet worden waren.

Prüfungsbeste
Als Prüfungsbester mit einem Notendurchschnitt von 1,0 wurden Martin Grill aus Neuhaus am Inn, dicht gefolgt von Matthias Weindl aus Geisenhausen (Lkr. Landshut) mit einem Notendurchschnitt von 1,06 geehrt. Den dritten Platz in der Bestenliste teilten sich Christoph Bauer aus Hebertsfelden (Lkr. Rottal-Inn) und Florian Schreyer aus Straubing mit einem Notendurschnitt von 1,2. Weitere Plätze nahmen Simon Wimmer aus Roßbach (Lkr. Rottal-Inn) mit einem Notendurchschnitt von 1,26 und Thomas Bachmeier aus Leiblfing (Lkr. Straubing-Bogen) mit 1,4. Sie erhielten neben Geldpreisen und Gutscheinen – gestiftet von örtlichen Banken, Unternehmen und Organisationen – auch den Meisterpreis der Bayerischen Staatsregierung.
Geehrt wurden auch besonders engagierte Schüler.

Dazu zählen die beiden Klassensprecher Christoph Lechner (A-Klasse) und Selina Wagner (B-Klasse) sowie deren Stellvertreter Alexa Mayer und Tobias Scheiblhuber. Ebenso wurden die Kassiere Magdalena Wieser und Ferdinand Moser ausgezeichnet. Für ihr Engagement erhielten sie Gutscheine und Geldpreise.

Schließlich kamen auch noch die Studierendenvertreter Christoph Lechner und Tobias Scheiblhuber zu Wort.

Anhand einer kurzweiligen Bilderpräsentation hielten sie Rückblick auf das vergangene Schuljahr. Sie berichteten, dass neben dem regulären Unterricht im Klassenraum zahlreiche Exkursionen zu landwirtschaftlichen Betrieben mit den unterschiedlichsten Spezialisierungen und Diversifizierungen stattfanden. Ein „gesellschaftlicher Feinschliff“ wurde durch einen Tanzkurs, einen Gala Abend und einen Knigge Kurs vermittelt, wodurch neben fachlichen Kenntnissen auch soziale Kompetenzen gestärkt wurden. Gemeinsam wurde eine Weihnachtsfeier mit Spendensammlung sowie das Schulfest organisiert. Weitere Highlights waren das Elternseminar, Diskussionen mit politischen Mandatsträgern und gesellige Grillabende bei den Lehrkräften zu Hause. Besonders eindrucksvoll waren die größeren Fahrten: die Teilnahme an der Agritechnica in Hannover, die „Ostlehrfahrt“, die unter anderem die Grüne Woche einschloss, und schließlich die große Lehrfahrt nach Kanada.

Lechner und Scheiblhuber bedankten sich im Namen aller Studierenden herzlich bei den Lehrkräften, den Eltern und den Familien für die kontinuierliche Unterstützung im vergangenen Jahr. Als kleines Dankeschön erhielten die Lehrkräfte sofort eine Schachtel Schokolade, und später wartete eine weitere Überraschung auf das HLS Personal: Hollywood Schaukel mit eingravierten Namen aller Schulabgänger, die im Innenhof der Schule aufgestellt wurde.

Der letzte Programmpunkt der Abschlussfeier war die Aufnahme in die Absolventenverbindung.
Diese Gemeinschaft ehemaliger HLSler bildet ein starkes Netzwerk, das die Schule aktiv unterstützt. Im Namen aller Alumni überreichten Geschäftsführer Fabian Werner und Vorstandsmitglied Reinhard Lindinger dem Prüfungsbesten Martin Grill ein persönliches Hofschild, das auch für allen anderen Neumitglieder, nach eigenen Wünschen angefertigt wurde.

Der Gottesdienst sowie die weiteren Feierlichkeiten wurden von Johanna Stadler an der Geige, Franziska Stadler mit Hackbrett sowie Flöte und Verena Förg mit Gitarre musikalisch umrahmt.